Mähroboter für Hanglage: welcher Steigungswert wirklich entscheidet

24. August 2026 · 21 min

Ein Mähroboter hat zwei Steigungsangaben, und beworben wird die höhere. Für einen Hang zählt die niedrigere — beim Segway Navimow i105E stehen 30 % in der Fläche gegen 10 % an der Grenze, und bei 14 von 30 ausgewerteten Modellzeilen haben wir diesen zweiten Wert nirgends gefunden.

13 von 16

Bei 13 der 16 Modellzeilen mit belegtem Randwert liegt dieser unter der Steigung, die für die Fläche gilt.

Die Lücke

Bei 14 von 30 ausgewerteten Modellzeilen haben wir keinen Randwert gefunden.

Sechs von zwölf Herstellern

Segway nennt ihn in 6 von 6 ausgewerteten Modellzeilen, Mammotion in 4 von 5, Ecovacs in 3 von 5, Dreame in 1 von 3, Worx und Anthbot in ihrer jeweils einzigen ausgewerteten Modellzeile. Bei den sechs übrigen Herstellern haben wir keinen gefunden.

Die Station

Mammotion verlangt für die Ladefläche vor der Station weniger als 5° — rund 9 %.

Ein Hanggrundstück zeigt besonders deutlich, wie wenig eine einzelne Steigungsangabe aussagt. „Bis 45 % Steigung" klingt nach einer klaren Grenze. Bei mehreren Herstellern ist sie es nicht — weil sie sich auf die Fläche bezieht und für den Rand ein eigener Grenzwert gelten kann. Das gilt unabhängig davon, ob das Gerät als Mähroboter, Rasenroboter oder Rasenmäher-Roboter verkauft wird.

Und der Rand ist genau die Stelle, an der ein Hanggarten anders aussieht als ein flacher: die Böschung zur Terrasse, die Kante zum Nachbargrundstück, der Absatz oberhalb der Stützmauer.

Es gibt gute Vergleiche zu Hangmähern. In den von uns ausgewerteten fiel dasselbe Problem auf: Sie messen Mähleistung, Schnittbild und Lautstärke — und übernehmen bei der Steigung die eine Zahl, die der Hersteller bewirbt. Der zweite Wert steht, wenn er ausgewiesen wird, meist erst in der Betriebsanleitung oder einer detaillierten Spezifikationstabelle.

Zuerst: wie steil ist dein Hang wirklich?

Fast alle Herstellerangaben stehen in Prozent, viele Gartenbeschreibungen in Grad. Das sind zwei verschiedene Zahlen für dieselbe Sache, und sie werden regelmäßig verwechselt.

Steigung in Prozent = Höhenunterschied ÷ waagerechte Strecke × 100

Ein Meter Höhe auf zwei Meter waagerechte Strecke sind 50 % — und nicht 50°. 50° wären mehr als doppelt so steil.

ProzentGrad
10 %5,7°
15 %8,5°
20 %11,3°
25 %14,0°
30 %16,7°
40 %21,8°
45 %24,2°
50 %26,6°
55 %28,8°
80 %38,7°
100 %45,0°

Eigene Umrechnung. 100 % sind genau 45°, nicht senkrecht.

So misst du mit einfachen Mitteln: Eine gerade Latte oder ein Brett waagerecht an den Hang halten — mit einer Wasserwaage prüfen, dass sie wirklich waagerecht liegt. Dann den Abstand vom unteren Lattenende zum Boden messen. Das ist der Höhenunterschied, die Lattenlänge ist die waagerechte Strecke.

Miss zwei Stellen getrennt: die Fläche, auf der das Gerät mähen soll, und die steilste Stelle an der Grenze dieser Fläche. Warum das zwei verschiedene Zahlen braucht, steht im nächsten Abschnitt.

Zwei Werte — wo der Hersteller sie überhaupt trennt

Einige Hersteller unterscheiden ausdrücklich zwischen zwei Angaben:

  • Steigung in der Fläche (englisch „Max. Incline Inside Working Area" oder „Max. Slope") — was das Gerät beim Mähen an einem Hang fährt.
  • Steigung am Rand (englisch „Max. Incline at Boundary" oder „Max. Slope at the Edge") — was es dort schafft, wo die Mähfläche endet.

Auf Produktseiten und in Werbeaussagen steht fast immer der Flächenwert. Wo ein eigener Randwert existiert, findet man ihn meist erst in der Betriebsanleitung — und dort nicht immer in der Tabelle der technischen Daten. Mehrere Hersteller nennen ihn nur im Fließtext: in einem Warnhinweis, in einer Regel zum Anlegen der Karte oder in einer Zwischenüberschrift zur Planung des Standorts.

Warum der Rand in der Praxis häufig der kritischere Fall ist — das ist unsere Einordnung, keine Herstellerdefinition: Dort muss das Gerät nicht nur Traktion halten, sondern zugleich die Grenze der Mähfläche einhalten und ihr folgen.

Das sind die belegten Randwerte

Alle Randwerte stammen aus den Betriebsanleitungen der Hersteller. Bei den drei Ecovacs-Modellen steht der Flächenwert nur auf der Herstellerseite, nicht in der Anleitung (¹). Sortiert nach dem Randwert, weil er im Hanggarten entscheidet.

Unsere Auswertung umfasst 30 Modellzeilen; der Navimow i105E und der i108E teilen sich eine davon, weil das Handbuch beide Geräte gemeinsam führt.

ModellFlächeRandRand in Grad
Segway Navimow i105E / i108E30 %10 %5,7°
Anthbot Genie 600 ⚠45 %15 %8,5°
Ecovacs Goat O600 RTK45 % ¹17 %9,6°
Ecovacs Goat O800 RTK45 % ¹17 %9,6°
Ecovacs Goat A1600 LiDAR PRO ⚠50 % ¹17 %9,6°
Mammotion Yuka mini 2 80045 %20 %11,3°
Segway Navimow i208 LiDAR45 %25 %14,0°
Segway Navimow H210E45 %25 %14,0°
Segway Navimow X330E50 %25 %14,0°
Dreame Roboticmower A145 %27 %15,1°
Worx Landroid Vision M80030 %30 %16,7°
Mammotion Luba mini 2 AWD 100080 %40 %21,8°
Mammotion Luba 3 AWD 300080 %40 %21,8°
Mammotion Luba 2 AWD ⚠80 %45 %24,2°
Segway Navimow i210 AWD45 %45 % \*24,2°
Segway Navimow i210 LiDAR Pro55 %55 % \\28,8°

**\ i210 AWD: Betriebsanleitung der i2-AWD-Reihe, Fassung 260109-A. Die Zeile „Max. Incline at Boundary" gilt dort reihenweit für i205, i206, i208 und i210 AWD.
\
\ i210 LiDAR Pro: Betriebsanleitung der i2-LiDAR-Pro-Reihe, Fassung 260225-A, gültig für i210 und i220 LiDAR Pro.
¹ Ecovacs:
* Der Flächenwert steht auf der Herstellerseite, nicht in der Betriebsanleitung. Der Randwert steht in der Anleitung nicht in der Tabelle, sondern als Regel zum Anlegen der Karte, bei O600 und O800 wörtlich: „Do not create the virtual boundary on a slope that exceeds 17%."

Anthbot Genie 600, Dreame A1 und Worx nennen den Randwert ebenfalls nicht in der Tabelle: Anthbot in einem Warnhinweis („… as well as the boundary (15%)"), Dreame in einer Regel zum Anlegen der Grenze („Do not create the boundary on a slope that exceeds 27%"), Worx in einer Zwischenüberschrift zur Standortplanung („Slope at edge higher than 30% (17°)").

Die übrigen Segway-Werte stammen aus der Betriebsanleitung der i-Serie (i105E/i108E), der i2-LiDAR-Reihe (Fassung 260126-A, gültig für i208, i210, i215 und i220 LiDAR) sowie den Handbüchern der H2- und der X3-Reihe, jeweils in deutscher und englischer Fassung.

Bei 14 von 30 Modellzeilen unserer Auswertung haben wir keinen Randwert gefunden. Betroffen sind alle drei eufy-Modelle, zwei der drei Dreame-Modelle, zwei der fünf Ecovacs-Modelle, der Mammotion Yuka 2000 — in dessen Spezifikationstabelle die Zeile „Max. Slope at the Edge" überhaupt nicht vorkommt — sowie Kress, beide Sunseeker-Modelle, Airseekers, MOVA und Lymow.

Beim Ecovacs A3000 LiDAR steht ein Randwert von 17 % nur in einem Handbuch, das die Bezeichnung „A3000 LiDAR PRO" trägt. Ob das dasselbe Gerät ist, ist offen — wir zählen ihn deshalb nicht.

Wo er fehlt, wissen wir nicht, ob der Hersteller intern eine eigene Grenze kennt oder ob für Fläche und Rand derselbe Wert vorgesehen ist. Wir schätzen ihn nicht.

Dieselbe Modellnummer, fast der doppelte Randwert

Das ist die Stelle, an der ein Vergleich im Laden oder im Preisportal schiefgeht.

Segway führt den „i208" zweimal — einmal in der i2-AWD-Reihe, einmal in der i2-LiDAR-Reihe. Beide nennen 45 % in der Fläche. Am Rand trennt sie fast das Doppelte:

BezeichnungBaureiheFlächeRand
Navimow i208 AWDi2 AWD45 %45 %
Navimow i208 LiDARi2 LiDAR45 %25 %

Die Werte stehen in zwei verschiedenen Betriebsanleitungen und gelten dort jeweils für die ganze Reihe.

Wer nur die Zahl im Namen vergleicht, vergleicht das Falsche. Der Zusatz hinter der Nummer — AWD, LiDAR, LiDAR Pro — ist bei diesem Hersteller keine Ausstattungsvariante, sondern eine andere Baureihe mit einem eigenen Handbuch.

Das Gegenbeispiel: warum die höhere Zahl nicht das bessere Hanggerät ist

Drei Vergleiche, alle aus der Tabelle oben:

Geräte mit demselben Flächenwert liegen am Rand um das Dreifache auseinander. Acht Modellzeilen der Tabelle nennen 45 % in der Fläche. Am Rand reichen sie von 15 % beim Anthbot Genie 600 bis 45 % beim Segway Navimow i210 AWD. Wer nach der beworbenen Zahl auswählt, sieht diesen Unterschied nicht.

Der höchste Flächenwert unserer ganzen Auswertung nützt am Rand nichts. Für den Lymow One werden 100 % — 45° angegeben, übereinstimmend auf der Herstellerseite und in drei weiteren Quellen; es ist der höchste Wert, den wir gefunden haben. Einen Randwert nennt keine der für uns erreichbaren Unterlagen — die Betriebsanleitung war trotz mehrerer Anläufe nicht zu beschaffen. Für eine Fläche mit Böschung an der Grenze ist das Gerät damit nach unseren Unterlagen nicht beurteilbar.

Und Allrad ist keine Steigungsangabe. Der Segway Navimow i210 AWD trägt den Allradantrieb im Namen und nennt 45 % in der Fläche. Der i210 LiDAR Pro nennt 55 %. Umgekehrt gilt aber auch: Die drei höchsten Flächenwerte mit belegtem Randwert — dreimal 80 % — stammen alle aus der Mammotion-Luba-Reihe, und alle drei tragen AWD im Namen. Allrad kann bei der Traktion helfen — es ersetzt aber den Blick in die Spezifikationstabelle nicht.

Drei Modelle bilden die Ausnahme: Beim Navimow i210 AWD (45 %/45 %), beim i210 LiDAR Pro (55 %/55 %) und beim Worx Landroid Vision M800 (30 %/30 %) nennt der Hersteller für Fläche und Rand denselben Wert.

Wir leiten daraus keine Schätzformel für die übrigen Geräte ab. Bei den 16 belegten Modellzeilen liegt der Randwert zwischen einem Drittel und dem vollen Flächenwert. Diese Spanne ist zu breit, um daraus auf ein unbelegtes Gerät zu schließen.

Was die Modellangaben zeigen

Segway ist in unserer Auswertung der einzige Hersteller mit mehreren ausgewerteten Modellen, der die Steigung an der Grenze in jeder Modellzeile ausweist — sechs von sechs, jeweils als eigene Tabellenzeile. Die belegten Werte reichen von 10 % beim i105E bis 55 % beim i210 LiDAR Pro, der neben dem i210 AWD an der Grenze denselben Wert nennt wie in der Fläche.

Entscheidend ist der Zusatz hinter der Modellnummer, nicht die Baureihe.

Die zweite Grenze am Hang: die Ladestation

Das übersehen die meisten Hangbesitzer, und es entscheidet die Installation genauso hart wie die Steigung selbst: Die Ladestation braucht eine deutlich flachere Fläche, als das Gerät fahren kann.

Mammotion schreibt für den Yuka 2000 wörtlich: „The charging area (1x1 m/3x3 feet in front of the charging station) should be free from significant bumps. The slope must be less than 5°."

Der Mäher selbst ist mit 45 % in der Fläche angegeben, die Ladefläche dagegen mit weniger als 5° — das sind rund 9 %.

Sunseeker verlangt für den Elite X5 AWD, die Station „on an open flat non-hardened ground" aufzustellen, und fordert 1,5 m Hindernisfreiheit davor. Mammotion verlangt für den Luba mini 2 AWD 1000 einen Freiraum von 1,5 m nach links, rechts und vorn — in der deutschen und der englischen Fassung wörtlich gleich.

Praktisch heißt das: Am Hang brauchst du für viele Modelle eine nahezu ebene Ladefläche. Entweder gibt es bereits eine geeignete flache Ecke, oder die Standfläche muss vorbereitet werden — groß genug für die Station plus den geforderten Freiraum davor.

Wie sie aufgebaut werden darf, hängt vom Hersteller ab. Sofern der Hersteller einen befestigten Untergrund zulässt, kann sich dafür ein Plateau aus Platten anbieten. Sunseeker verlangt für den Elite X5 AWD dagegen ausdrücklich einen ebenen, nicht befestigten Untergrund. Am Hang ist also nicht nur die Neigung modellabhängig, sondern auch der Untergrund.

Welche Innenmaße eine Garage über der Station braucht und warum je Achse der größere Wert aus Mäher und Station zählt, steht in Mährobotergarage kaufen: welche Größe zu welchem Gerät passt.

Gewicht, Traktion und Spuren im Rasen

Am Hang wird das Gewicht zum eigenen Thema. Die von uns ausgewerteten Geräte reichen von 8,7 kg (Sunseeker Elite X3 Plus) bis über 30 kg. Beim Lymow One sind die veröffentlichten Gewichtsangaben widersprüchlich; je nach Quelle liegen sie zwischen 32 und 36,5 kg — ob sich das auf Modellstände, Akku oder Versandgewicht bezieht, ist nicht angegeben.

Das Gewicht allein sagt aber noch nicht, wie stark ein Gerät den Rasen belastet. Reifenbreite, Wendestrategie, Antrieb und Bodenfeuchte spielen mit.

ModellHerstellerangabe FlächeBeobachtung aus Fremdvergleichen
Mammotion Yuka45 %fuhr 60-%-Hänge
Dreame A145 %bis rund 60 % erfolgreich
Mammotion Luba 2 AWD80 %bestätigt, mit sichtbaren Rasenspuren beim Wenden
Dreame A250 %setzt an starken Steigungen zurück, Radschlupf hinterlässt Spuren

Die Herstellerangabe bleibt die maßgebliche Spezifikation für den vorgesehenen Einsatz. Die Beobachtungen erklären aber, warum Nutzerberichte oft optimistischer klingen als Datenblätter.

Wenn der Hersteller sich selbst widerspricht

Bei zwei Geräten nennt eufy zwei Zahlen, die nicht zusammenpassen.

Der eufy E15 und der eufy E18 werden mit „18° (40 %)" geführt. Mathematisch entsprechen 18° aber rund 32,5 %, nicht 40 %.

Da eufy denselben Winkel beim eigenen Schwestermodell korrekt umrechnet, spricht alles für einen Umrechnungsfehler: Für den eufy C15 schreibt derselbe Hersteller „Steigungsfähigkeit: bis 18° (32 % Gefälle)", auf seiner Vergleichsseite sogar „32,5 % / 18°".

Dazu kommt: Die Spezifikationstabelle auf der Produktseite nennt für den E15 nur „Maximum Slope: 18°" — ohne Prozentangabe. Die 40 % tauchen dort ausschließlich in einem Vergleichsabschnitt auf.

Für die Praxis würden wir bis zu einer Herstellerkorrektur mit 18° beziehungsweise rund 32,5 % rechnen. Der Unterschied von rund 7,5 Prozentpunkten entscheidet an einer Böschung darüber, ob das Gerät nach Herstellerangabe noch vorgesehen ist. Welche der beiden Zahlen der Hersteller ändern wird, wissen wir nicht.

Einen Randwert nennt eufy für keines seiner drei Geräte.

Mähroboter für Hanglage ohne Begrenzungskabel

Alle 30 von uns ausgewerteten Modellzeilen betreffen Geräte, die ohne Begrenzungskabel arbeiten. Zu Geräten mit Kabel können wir aus eigener Auswertung nichts sagen.

Am Hang kommt zur Steigungsfrage die Frage nach der Navigation dazu: Bei vielen Hanggärten kommen Hecken, Stützmauern oder Baumreihen hinzu, die die Satellitensicht einschränken können. Satellitengestützte Systeme verlieren dort an Zuverlässigkeit.

Welche der vier Navigationsarten in welchen Garten passt, welche eine eigene RTK-Antenne braucht und was unter Baumkronen tatsächlich passiert, steht in Mähroboter mit GPS ohne Begrenzungskabel: welche Technik zu welchem Garten passt.

Für den Hang selbst ist dort ein Punkt wichtig: Wo eine lokale RTK-Antenne vorgesehen ist, verlangen die Handbücher 2 bis 3 m Abstand zu Haus, Baum und Wand — und freien Blick nach oben. An einem Hang mit Stützmauer oder Hecke am oberen Rand ist genau dieser Platz oft der schwierigste Teil der Installation.

Die Prüfliste vor dem Kauf

  1. 1

    Die Fläche messen

    Latte waagerecht an den Hang, Abstand zum Boden am unteren Ende messen. Höhe geteilt durch Lattenlänge, mal 100 — das ist die Steigung in Prozent.

  2. 2

    Die steilste Stelle an der Grenze getrennt messen

    Böschung zur Terrasse, Kante zum Nachbargrundstück, Absatz über der Stützmauer. Das ist die Zahl, die im Hanggarten entscheidet — besonders dort, wo Böschungen an Terrasse, Stützmauer oder Grundstücksgrenze liegen. Sie kann deutlich steiler ausfallen als die übrige Fläche.

  3. 3

    Die vollständige Modellbezeichnung notieren

    Nicht „i208", sondern „i208 LiDAR" oder „i208 AWD". Der Zusatz steht für eine andere Baureihe mit eigenem Handbuch — und beim Randwert für 25 % gegen 45 %.

  4. 4

    Im Handbuch nach dem Randwert suchen

    In der Tabelle der technischen Daten heißt die Zeile englisch „Max. Incline at Boundary" oder „Max. Slope at the Edge". Fehlt sie dort, such die ganze Anleitung nach „boundary", „edge", „Begrenzung" und „Rand" ab — mehrere Hersteller nennen den Wert nur in einem Warnhinweis oder in den Regeln zum Anlegen der Karte. Und lies auch die englische Fassung: Bei einzelnen Geräten fehlt der Wert in der deutschen.

  5. 5

    Fehlt der Randwert: schriftlich nachfragen

    Beim Hersteller oder Händler nach dem Grenzwert für den Rand fragen und die Antwort schriftlich geben lassen. Eine mündliche Zusage hilft später nicht.

  6. 6

    Den Platz für die Ladestation prüfen

    Nahezu eben, mit Freiraum davor. Mammotion verlangt für den Yuka 2000 weniger als 5° auf der Ladefläche — das sind rund 9 %. Am Hang heißt das häufig: flaches Plateau anlegen.

  7. 7

    Über den Hang nach oben schauen

    Hecke, Stützmauer, Baumreihe am oberen Rand? Dann vorher klären, ob das Gerät Satellitensicht braucht — und ob es überhaupt eine Antenne vorsieht.

  8. 8

    Die Einheit hinter der Zahl lesen

    Prozent oder Grad. 50 % sind 26,6°, nicht 50°. Wer beides verwechselt, hält ein passendes Gerät für ungeeignet — oder umgekehrt.

Die beiden gemessenen Steigungen kannst du im Eignungsrechner eintragen. Er behandelt die Randsteigung als eigenen Wert — genau die Trennung, um die es in diesem Artikel geht — und nennt am Ende die Navigationsart, die in deinem Garten trägt. Modelle nennt er nicht.

Häufige Fragen

Wie viel Steigung schafft ein Mähroboter?

Bei den von uns ausgewerteten Geräten reichen die Herstellerangaben für die Fläche von 30 % bis 100 %. Für den Rand der Mähfläche liegen die belegten Werte deutlich niedriger: zwischen 10 % beim Segway Navimow i105E und 55 % beim Navimow i210 LiDAR Pro.

Reicht die beworbene Steigungsangabe für meinen Hang?

Nicht unbedingt, wenn an der Grenze der Mähfläche eine Böschung liegt. Bei den von uns ausgewerteten Modellen bezieht sich die beworbene Zahl auf die Steigung in der Fläche. Mehrere Hersteller nennen für die Grenze einen eigenen Wert, und der liegt bei 13 von 16 belegten Modellzeilen darunter — beim Navimow i105E und beim Anthbot Genie 600 bei einem Drittel.

Was ist die Randsteigung?

Die maximale Steigung an der Grenze der Mähfläche. Dort muss das Gerät nicht nur Traktion halten, sondern zugleich die Grenze einhalten und ihr folgen. In englischen Handbüchern heißt die Zeile „Max. Incline at Boundary" oder „Max. Slope at the Edge". Manche Hersteller nennen den Wert nicht in der Tabelle, sondern in einem Warnhinweis oder in den Regeln zum Anlegen der Karte.

Steht die Randsteigung im Datenblatt?

Oft nicht. Bei 14 von 30 ausgewerteten Modellzeilen haben wir weder im Handbuch noch auf der Produktseite einen Randwert gefunden. Segway Navimow führt ihn in allen 6 ausgewerteten Modellzeilen als eigene Tabellenzeile, Mammotion in 4 von 5. Ecovacs nennt ihn in 3 von 5, Dreame in 1 von 3, Worx und Anthbot in ihrer jeweils einzigen ausgewerteten Modellzeile — alle vier nicht in der Tabelle, sondern im Text der Anleitung. Bei eufy, Kress, Sunseeker, Airseekers, MOVA und Lymow haben wir keinen einzigen Randwert gefunden.

Warum haben zwei Mähroboter mit derselben Nummer verschiedene Werte?

Weil die Nummer allein die Baureihe nicht bestimmt. Segway führt einen „i208 AWD" und einen „i208 LiDAR" — beide mit 45 % in der Fläche, aber mit 45 % gegen 25 % an der Grenze. Die Werte stehen in zwei verschiedenen Betriebsanleitungen. Achte beim Vergleichen auf den Zusatz hinter der Zahl.

Braucht ein Mähroboter für Hanglage Allrad?

Nicht zwangsläufig. Der Segway Navimow i210 AWD trägt Allrad im Namen und nennt 45 % in der Fläche, der i210 LiDAR Pro nennt 55 %. Umgekehrt stehen die drei höchsten Flächenwerte mit belegtem Randwert bei den allradgetriebenen Mammotion-Luba-Modellen. Allrad kann bei der Traktion helfen, ersetzt aber die Spezifikationstabelle nicht.

Welcher Mähroboter schafft die steilste Böschung?

Von den Geräten mit belegtem Randwert nennt der Segway Navimow i210 LiDAR Pro mit 55 % (28,8°) den höchsten. Danach folgen der Navimow i210 AWD und der Mammotion Luba 2 AWD mit je 45 %. Das ist eine Aussage über unsere Auswertung, nicht über den gesamten Markt.

Wie rechne ich Grad in Prozent um?

Prozent sind Höhenunterschied geteilt durch waagerechte Strecke mal 100. 10 % sind 5,7°, 30 % sind 16,7°, 50 % sind 26,6°, 100 % sind genau 45°. Ein Hang von 100 % ist also kein senkrechter Hang.

Kann die Ladestation am Hang stehen?

Nur auf einer ausreichend flachen Fläche — und die Anforderungen sind modellabhängig. Mammotion verlangt für den Yuka 2000 auf der Ladefläche vor der Station weniger als 5° — rund 9 % — und einen Bereich von 1 × 1 m ohne größere Unebenheiten. Sunseeker verlangt für den Elite X5 AWD ebenen, nicht befestigten Untergrund und 1,5 m Freiraum davor. Am Hang läuft das häufig darauf hinaus, eine eigene flache Standfläche anzulegen.

Hinterlässt ein Mähroboter am Hang Spuren im Rasen?

Das ist in Fremdvergleichen mehrfach beschrieben worden: beim Mammotion Luba 2 AWD sichtbare Spuren beim Wenden, beim Dreame A2 Radschlupf an starken Steigungen. Die Geräte unserer Auswertung wiegen zwischen 8,7 kg und über 30 kg — das Gewicht allein entscheidet aber nicht, wie stark der Rasen belastet wird.

Gibt es Mähroboter für Hanglage ohne Begrenzungskabel?

Ja. Alle 30 von uns ausgewerteten Modellzeilen betreffen kabellose Geräte. Am Hang lohnt aber der zweite Blick auf die Navigation: Böschungen liegen oft an Hecken, Mauern und Baumreihen, und satellitengestützte Systeme verlieren dort an Zuverlässigkeit.

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