Mähroboter mit GPS ohne Begrenzungskabel: welche Technik zu welchem Garten passt
21. August 2026 · 19 min
„Mit GPS" ist eine Sammelbezeichnung für vier Navigationsprinzipien — und für Hybridgeräte, die mehrere davon verbinden. Welches in deinen Garten passt, entscheidet sich an drei Werten, die auf keiner Produktseite stehen: Randsteigung, Durchgangsbreite und Netzanforderung.
Nicht GPS
Vier Navigationsprinzipien stecken hinter dem Begriff — dazu Hybridgeräte, die mehrere verbinden.
Die Antenne
Wo ein Handbuch sie verlangt, sind es 2 bis 3 m Abstand. Bei vielen aktuellen Modellen entfällt sie ganz.
Der Rand
Navimow i105E: 30 % Steigung in der Fläche, aber nur 10 % an der Grenze.
Die Engstelle
Bei den ausgewerteten Modellen beginnt die dokumentierte Freigabe bei 70 cm.
„GPS-Mähroboter" ist die gängige Kurzform für Geräte, die ohne Begrenzungskabel auskommen. Technisch geht es dabei meist um GNSS-Satellitennavigation mit RTK-Korrektur — GPS ist nur eines von mehreren Satellitensystemen, die dabei genutzt werden.
Die Kurzform führt aus einem zweiten Grund in die Irre: Die interessantesten der aktuell angebotenen Geräte arbeiten teilweise oder ganz ohne Satelliten.
Nicht Fläche und Maximalsteigung entscheiden zuerst, sondern Himmelssicht, Engstelle und Randsteigung.
Und hier liegt das Problem mit den vorhandenen Quellen: Vergleiche messen Mähleistung, Schnittbild und Lautstärke. Die Werte, an denen eine Installation tatsächlich scheitert, stehen meist im Handbuch — in klassischen Vergleichstabellen fehlen sie häufig.
Warum normales GNSS nicht reicht
Ein Handy-GPS ist auf etwa zwei bis drei Meter genau. Das genügt zur Navigation im Auto und ist für einen Rasen unbrauchbar: Ein Mähroboter, der um zwei Meter danebenliegt, fährt ins Beet oder auf die Straße.
Für einen Rasen braucht es Zentimetergenauigkeit. Dafür sorgt RTK — Real Time Kinematic. Eine Referenzstation an einer bekannten Position empfängt dieselben Satellitensignale wie der Mäher und liefert daraus hochpräzise Korrekturdaten. Damit kann der Mäher seine Position wesentlich genauer bestimmen als mit normalem GNSS.
Diese Referenzstation wird im Sprachgebrauch meist RTK-Antenne genannt — sie enthält eine GNSS-Antenne, leistet aber mehr als nur den Empfang. Ob sie im Garten steht oder ob die Korrektur aus dem Netz kommt, ist der wichtigste Unterschied zwischen den Bauarten — und er hat sich zuletzt verschoben.
Die vier Prinzipien — und die Hybridgeräte
| Navigationsprinzip | Eigene RTK-Antenne nötig? | Satelliten für die Kernnavigation? | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Klassisches RTK | ja | ja | Navimow i105E / i108E, Ecovacs Goat O-Serie, Anthbot Genie, Lymow One, Yarbo |
| Netzwerk-RTK (NRTK) | nein | ja | Kress Mission (RTKn), Airseekers Tron, Mammotion LUBA 2 AWD, Segway Navimow i2 AWD |
| LiDAR | nein | nein | Dreame A1 und A2, Ecovacs Goat A-Serie LiDAR PRO, MOVA LiDAX, Segway Navimow i2 LiDAR ¹ |
| Reine Kamera | nein | nein | eufy C15/E15/E18, Worx Landroid Vision, MOVA ViAX 250/300 |
| Hybrid / Sensorfusion | nein | teilweise | Segway Navimow H2, Mammotion LUBA 3 AWD |
¹ Beim Navimow i2 LiDAR sind LiDAR und Vision die Kernnavigation. Segway bietet für die Reihe zusätzlich Network RTK an — das Gerät kann Satellitenkorrektur nutzen, ist aber nicht darauf angewiesen.
Die Generationenfalle: dieselbe Serie, andere Technik
Das ist der Punkt, an dem heute die meisten Missverständnisse entstehen — und er betrifft jede Tabelle in diesem Artikel.
Ein Beispiel: Wer „Navimow i-Serie" liest, meint möglicherweise den i105E von der ersten Generation, der eine eigene RTK-Antenne im Garten braucht. Segways aktuelle Reihe heißt aber ebenfalls „i" — i2 AWD, i2 LiDAR, i2 LiDAR Pro — und diese Geräte kommen ohne lokale Antenne aus.
Segway führt inzwischen für i2 AWD, i2 LiDAR Pro, X3, X4, H2 und Terranox den Network-RTK-Dienst und schreibt dazu, er mache lokale Stationen und externe Antennen entbehrlich.
Bei Mammotion ist es ähnlich: Der Hersteller beschreibt den LUBA 2 AWD heute als „iNavi Service (NetRTK + Vision)", den LUBA 3 AWD als Tri-Fusion — beide ohne eigene Referenzstation.
Klassisches RTK mit Referenzantenne
Die bisherige Standardbauart. Die Antenne steht auf einem Mast oder an der Ladestation und braucht freien Blick zum Himmel. Vorteil: sehr genau und ausgereift. Nachteil: Sie braucht einen Platz, der die Herstellervorgaben erfüllt.
Netzwerk-RTK
Statt einer eigenen Antenne im Garten bezieht das Gerät die Korrekturdaten über eine Datenverbindung aus einem Referenznetz. Kress setzt dieses Prinzip schon länger ein; inzwischen bieten es auch Segway, Mammotion und Airseekers an — das ist der auffälligste Wandel der aktuellen Modellgeneration.
Der Punkt, den viele Beschreibungen verwischen: Reines Netzwerk-RTK spart die eigene Referenzantenne, aber nicht die Satellitensicht. Die Position kommt weiterhin vom Satelliten — nur die Korrektur kommt aus dem Netz. Unter dichtem Baumkronendach kann deshalb auch NRTK deutlich an Zuverlässigkeit verlieren.
Und es braucht eine Datenverbindung am Standort sowie NRTK-Abdeckung in der Region. Mammotion nennt für den iNavi-Dienst wahlweise 4G oder WLAN.
LiDAR
Ein Laserscanner vermisst die Umgebung dreidimensional. Das Gerät navigiert wie ein Saugroboter in der Wohnung: über die erkannte Geometrie, nicht über eine Position auf der Erdkugel.
Die LiDAR-Navigation selbst ist weder auf Satellitensicht noch auf Tageslicht angewiesen. Das macht sie zur naheliegenden Antwort für verschattete Gärten.
Die Kehrseite: Die Kartierung kann bei sehr großen oder gleichförmigen Flächen aufwendiger sein.
Reine Kamera
Kameranavigation braucht ebenfalls keinen Satelliten. Worx schreibt für die Landroid-Vision-Reihe ausdrücklich „kein Satellit, kein GPS", eufy nennt sein System TrueVision.
Einige Kamerasysteme gehen noch weiter: Der Landroid Vision braucht nach Herstellerangabe nicht einmal eine vorherige Kartierung. Worx wirbt mit „kein Begrenzungskabel, keine Antenne" — das Gerät erkennt während der Fahrt, was Rasen ist und wo es nicht hinfahren soll. Für getrennte Flächen werden RFID-Marken ausgelegt, statt Zonen in der App anzulegen.
Die Schwäche liegt im Licht. Ein Fremdvergleich zum eufy C15 vermerkt, das Gerät „schwächelt in der Dämmerung", und für die Kamera-Varianten der Mammotion Yuka mini 2 werden „Schwächen bei schlechten Sichtverhältnissen" beschrieben. Wer früh morgens oder abends mähen lassen will, sollte das einrechnen.
Was der Korrekturdienst kostet — und was nicht dasselbe ist
Hier werden zwei Dinge regelmäßig verwechselt:
Der NRTK-Korrekturdienst liefert die Positionskorrektur. Zusätzliche Mobilfunkdienste liefern Fernzugriff, Ortung oder Live-Daten in der App. Das sind getrennte Produkte mit getrennten Preismodellen.
Nach aktuellen Herstellerangaben ist der Korrekturdienst bei den von uns ausgewerteten Verbrauchermodellen von Segway und Mammotion im Kaufpreis enthalten: Segway nennt den Network-RTK-Zugang ohne Zusatzkosten, Mammotion den iNavi-Dienst beim LUBA 3 als dauerhaft kostenfrei. Für einzelne Profireihen gelten abweichende Modelle mit Verlängerung nach einer Freilaufzeit.
Für zusätzliche 4G-Funktionen können dagegen sehr wohl Gebühren anfallen, oft nach einem enthaltenen Zeitraum von ein bis drei Jahren.
→ Vor dem Kauf getrennt fragen: Ist die Positionskorrektur dauerhaft enthalten? Und was kosten die App-Funktionen, die über Mobilfunk laufen?
Der Antennenabstand — die Zahl, die oft falsch gelesen wird
Braucht ein Gerät eine eigene RTK-Referenzantenne, verlangt der Hersteller einen Mindestabstand zu Häusern, Bäumen und Wänden. Dieser Wert steht im Handbuch, nicht auf der Produktseite.
| Modell — Stand des ausgewerteten Handbuchs | Mindestabstand zu Haus, Baum, Wand |
|---|---|
| Segway Navimow i105E / i108E | 2 m |
| Ecovacs Goat O-Serie | 2 m |
| Mammotion LUBA 2 AWD, Konfiguration mit lokaler Referenzstation | 3 m |
Bei den hier betrachteten Geräten im NRTK-, LiDAR-, Kamera- oder Hybridbetrieb entfällt eine lokale RTK-Antenne. Einzelne Geräte unterstützen mehrere Betriebsarten — der LUBA 2 ist dafür das Beispiel in der Tabelle darüber.
Der reine Abstand von 2 bis 3 Metern ist auf vielen Grundstücken erfüllbar. Zum Ausschlusskriterium wird die klassische RTK-Bauart erst dort, wo es zugleich keinen Standort mit ausreichend freier Himmelssicht gibt — Innenhof, Reihenhausgarten mit hoher Hecke, Grundstück unter Altbaumbestand.
Die Frage lautet deshalb zweistufig: Braucht dein Modell überhaupt einen Antennenstandort — und wenn ja, hast du einen mit freiem Blick nach oben?
Mähroboter unter Bäumen: was wirklich passiert
Herstellerangaben beschreiben meist die vorgesehene Leistungsfähigkeit. Wie sich die Systeme unter dichter Baumkrone tatsächlich verhalten, zeigen eher Praxisberichte — wir haben dafür veröffentlichte Fremdvergleiche und konkrete Händlerangaben ausgewertet:
| Gerät | Befund | Herkunft |
|---|---|---|
| Navimow i105E | „GPS-Leistung sinkt deutlich unter dichtem Baumkronendach" | Händlerangabe |
| Mammotion Luba 2 AWD | „RTK-Verbindung bricht unter Bäumen und zwischen Gebäuden häufig ab" | Fremdvergleich |
| Ecovacs Goat O800 RTK | „erfordert freie Sicht zum Himmel, dichter Baumbestand problematisch" | Fremdvergleich |
| Navimow i208 LiDAR | „zuverlässig unter Bäumen" — aber „Probleme in engen Passagen" | Fremdvergleich |
Das Muster der ausgewerteten Vergleiche ist klar: Dichte Baumkronen beeinträchtigen satellitengestützte Navigation deutlich — unabhängig davon, ob die Korrektur von einer eigenen Antenne oder aus dem Netz kommt. Das einzige Gerät mit positivem Befund in dieser Übersicht ist ein LiDAR-Modell.
Für Hybridsysteme gilt das so nicht. Geräte, die LiDAR oder Kamera zusätzlich zur Satellitennavigation führen, können solche Bereiche überbrücken. Wie gut, hängt vom jeweiligen System ab und ist aus den Unterlagen nicht ablesbar.
Manche Hersteller bauen Notlösungen ein. Kress nutzt bei Signalverlust „Dead Reckoning" — das Gerät rechnet aus Radumdrehungen und Lagesensoren weiter, wo es sein müsste. Lymow gibt an, bis zu zehn Minuten ohne RTK-Signal weiterarbeiten zu können. Das kann kurze Signalabschattungen überbrücken; eine Eignung für dauerhaft verschattete Flächen lässt sich daraus nicht ableiten.
Die drei Werte, an denen Installationen scheitern
Wer nach Fläche und Steigung auswählt, übersieht genau die Angaben, die den Ausschlag geben.
1. Die Steigung am Rand ist eine eigene Grenze
Beworben wird die Steigung, die das Gerät in der Fläche schafft. Für die Grenze der Mähfläche gilt oft ein deutlich niedrigerer Wert:
| Modell | Steigung in der Fläche | Steigung an der Grenze |
|---|---|---|
| Segway Navimow i105E / i108E | 30 % | 10 % |
| Segway Navimow i208, i210 LiDAR Pro | 45 % | 10 % |
| Dreame Roboticmower A1 | 45 % | 27 % |
| Mammotion Luba mini 2 AWD 1000 | 80 % | 40 % |
Segway weist in seiner Vergleichsübersicht für die dort aufgeführten i-Modelle 10 % Randsteigung aus — unabhängig davon, ob das Gerät mit 30 % oder mit 45 % Steigfähigkeit beworben wird. Der beworbene Wert liegt damit beim Drei- bis Viereinhalbfachen dessen, was an der Grenze dokumentiert ist. Zwischen den Herstellern ist die Spanne groß: Dreame nennt für den A1 27 %, Mammotion für den Luba mini 2 AWD 1000 40 %.
Das trifft einen sehr häufigen deutschen Garten: Rasen eben, aber zum Nachbargrundstück oder zur Terrasse hin eine Böschung. Wer nach „30 % Steigung" kauft, weil sein Hang 25 % hat, und die Böschung am Rand 20 % steil ist, hat ein Gerät gekauft, das die Grenze dort nicht sauber anlegen kann.
Bei den Ecovacs-Modellen der A-Serie fehlt dieser Wert vollständig — weder Handbuch noch Produktseite nennen einen Grenzwert für den Rand. Wir schätzen ihn nicht.
2. Die schmalste Stelle im Garten
Ein Korridor zwischen Vorder- und Hintergarten ist oft der Punkt, an dem eine Installation scheitert:
| Gerät | Minimale Durchgangsbreite |
|---|---|
| Ecovacs Goat O600 RTK | 0,7 m |
| Ecovacs Goat O1200 | 0,8 m |
| Ecovacs Goat A1600 LiDAR PRO | über 0,9 m |
| Segway Navimow i105E / i108E, Mammotion Luba 2 | über 1 m |
| Ecovacs Goat A3000 LiDAR | unter 1 m nur mit manueller Kartierung |
| Dreame Roboticmower A1 | über 1 m |
Bei den von uns ausgewerteten kabellosen Geräten liegt der niedrigste dokumentierte Wert bei 0,7 m. Für schmalere Passagen haben wir in den ausgewerteten Unterlagen keine dokumentierte Freigabe gefunden.
Eine dokumentierte Mindestbreite ist eine Freigabe, keine Garantie. Rasenkante, Gefälle und Bewuchs an der Engstelle können die reale Durchfahrt zusätzlich erschweren — plane lieber Luft ein.
Wer eine schmalere Engstelle hat, sollte deshalb ein Gerät mit Begrenzungskabel mitprüfen — oder die Flächen getrennt anlegen und das Gerät tragen.
Für alle übrigen Modelle ist dieser Wert schlicht nicht auffindbar. Das ist keine Nachlässigkeit der Recherche, sondern der Zustand der Datenlage.
3. WLAN und Mobilfunk
Der Suchbegriff „Mähroboter ohne WLAN" existiert, weil viele Gärten am Ende des Grundstücks keinen Empfang haben. Belegt ist wenig — und die Unterlagen unterscheiden nicht immer sauber zwischen Einrichtung, Aktualisierungen, App-Funktionen und laufendem Mähbetrieb.
Für Einrichtung und vernetzte Funktionen verlangen die ausgewerteten Unterlagen ein WLAN:
- eufy und Worx setzen WLAN ausdrücklich voraus.
- Ecovacs verlangt für die O-Serie ein 2,4-GHz-Heimnetz.
- Dreame verlangt für den A1 ebenfalls ein 2,4-GHz-Netz, Bluetooth nur für die Erstkopplung.
- Lymow funktioniert nur mit 2,4 GHz, nicht im 5-GHz-Band.
- Beim Mammotion Luba mini 2 AWD 1000 ist in den Unterlagen ausdrücklich 4G-Mobilfunk als Verbindungsweg dokumentiert.
Ob ein Gerät nach der Einrichtung auch ohne Netz weitermäht, sagen die Unterlagen meist nicht. Wer keinen Empfang im Garten hat, sollte genau das vor dem Kauf beim Hersteller klären — und sich die Antwort schriftlich geben lassen.
Herstellergrenze und beobachtete Praxis
In mehreren Fremdvergleichen lagen die beobachteten Steigungen oberhalb der Herstellerangabe.
| Modell | Herstellerangabe | Beobachtung aus Fremdvergleichen |
|---|---|---|
| Mammotion Yuka | 45 % | fuhr 60-%-Hänge |
| Dreame A1 | 45 % | bis rund 60 % erfolgreich |
| Mammotion Luba 2 AWD | 80 % | bestätigt — in einem Fremdvergleich wurden beim Wenden sichtbare Rasenspuren beobachtet |
| Dreame A2 | 50 % | setzt an starken Steigungen zurück, Radschlupf hinterlässt Spuren |
Die Herstellerangabe bleibt die maßgebliche Spezifikation für den vorgesehenen Einsatz. Die Beobachtungen erklären aber, warum Nutzerberichte oft optimistischer klingen als Datenblätter.
Und sie gelten ausdrücklich nicht für die Randsteigung. Dort geht es nicht um Traktion, sondern darum, ob sich die Grenze überhaupt anlegen lässt.
Welche Navigation für welchen Garten
Klassisches RTK
Freie Rasenfläche, wenig Bäume, ein Platz mit Himmelssicht für die Antenne. Ausgereift und genau. Vorher im Handbuch des konkreten Modells nachschlagen, ob eine Antenne überhaupt vorgesehen ist.
Netzwerk-RTK
Freie Fläche, aber kein Platz oder keine Lust auf einen Antennenmast. Gleiche Anforderung an die Himmelssicht, aber ohne Installation. Datenverbindung und NRTK-Abdeckung prüfen.
LiDAR
Bäume, hohe Hecken, Innenhoflage, verwinkelt. Unabhängig von Satellitensicht und zugleich weniger lichtabhängig als reine Kameranavigation.
Reine Kamera
Ohne lokale Antenne und ohne Satellitennavigation, dafür stärker von guten Sichtbedingungen abhängig. Gut für übersichtliche Flächen und Mähzeiten bei ausreichendem Licht.
Hybridgeräte wie der Navimow H2 oder der LUBA 3 AWD verbinden mehrere dieser Wege. Sie brauchen keine eigene Antenne und können Satellitenschwächen mit LiDAR oder Kamera auffangen. Wie gut das im konkreten Garten funktioniert, sagt kein Datenblatt — bei starker Verschattung lohnt die Frage beim Händler, was das Gerät tut, wenn das Signal wegbricht.
Engstelle unter 70 cm, oder Randsteigung über dem Grenzwert aller Kandidaten: Dann sollte ein klassisches Kabelsystem oder eine getrennte Flächenlösung mitgeprüft werden. Das ist keine schlechtere Wahl, sondern in diesem Fall oft die einzige, die trägt.
Die Prüfliste vor dem Kauf
- 1
Die schmalste Stelle messen
Nicht schätzen — mit dem Zollstock. Unter 70 cm haben wir bei keinem ausgewerteten kabellosen Gerät eine dokumentierte Freigabe gefunden.
- 2
Die Randsteigung ermitteln
Nicht die Fläche, sondern die Böschung an der Grundstücksgrenze und an der Terrasse. Steigung in Prozent: Höhenunterschied geteilt durch waagerechte Strecke, mal 100.
- 3
Über den Rasen nach oben schauen
Dichte Baumkronen, hohe Hecken, Innenhoflage? Dann fällt rein satellitengestützte Navigation aus — auch Netzwerk-RTK.
- 4
Im Handbuch prüfen, ob überhaupt eine Antenne vorgesehen ist
Das unterscheidet sich innerhalb derselben Modellreihe. Ist eine vorgesehen, gelten bei den ausgewerteten Systemen 2 bis 3 m zu Haus, Baum und Wand, mit freiem Blick nach oben.
- 5
Den Netzempfang prüfen
Bei WLAN-abhängigen Modellen den Empfang am Standort der Ladestation prüfen, nicht nur am Haus. Bei Netzwerk-RTK zusätzlich Mobilfunkempfang und NRTK-Abdeckung.
- 6
NRTK und App-Dienste getrennt abfragen
Ist die Positionskorrektur dauerhaft im Kaufpreis enthalten? Und was kosten Fernzugriff, Ortung und Live-Daten nach der enthaltenen Laufzeit?
- 7
Die drei Werte im Handbuch nachlesen
Randsteigung, Durchgangsbreite, Netzanforderung. Steht einer davon nicht drin, beim Hersteller nachfragen und die Antwort schriftlich geben lassen.
Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel?
Über eines von vier Prinzipien: GNSS-Positionsbestimmung mit RTK-Korrektur über eine eigene Antenne, dieselbe Technik mit Korrekturdaten aus einem Referenznetz über eine Datenverbindung, Laserabtastung der Umgebung per LiDAR, oder reine Kameranavigation. Mehrere aktuell angebotene Geräte verbinden zwei oder drei davon. Je nach System wird die Mähfläche digital kartiert oder direkt über Sensorik wie Kamera und Rasenerkennung begrenzt. Ein physisches Begrenzungskabel ist in keinem Fall nötig.
Gibt es Mähroboter ohne Begrenzungskabel und ohne RTK?
Ja. LiDAR-Geräte wie der Dreame A1 und A2, die Ecovacs Goat A-Serie LiDAR PRO oder die MOVA LiDAX-Reihe arbeiten ohne Satellitennavigation als Kernprinzip. Ebenso reine Kamerasysteme wie eufy und Worx Landroid Vision.
Gibt es Mähroboter ohne Begrenzungskabel und ohne Antenne?
Ja. Bei vielen aktuellen Geräten ist keine lokale RTK-Antenne mehr nötig. Netzwerk-RTK bezieht die Korrekturdaten über eine Datenverbindung statt über eine eigene Referenzantenne, braucht aber weiterhin Satellitensicht. LiDAR- und Kamerageräte brauchen weder Antenne noch Himmelssicht. Hybridgeräte wie der Navimow H2 oder der LUBA 3 AWD kommen nach Herstellerangabe ebenfalls ohne Antenneninstallation aus.
Braucht mein Modell eine Antenne?
Das lässt sich nicht an der Serie ablesen. Innerhalb derselben Modellfamilie gibt es ältere Geräte mit lokaler Referenzstation und neuere mit Netzwerk-RTK. Schlag im Handbuch deines konkreten Modells nach, ob eine Antenne vorgesehen ist.
Wie viel Platz braucht die RTK-Antenne?
Wo ein Handbuch sie verlangt: 2 m bei Segway Navimow i105E/i108E und der Ecovacs Goat O-Serie, 3 m beim Mammotion LUBA 2 AWD in der Konfiguration mit lokaler Referenzstation — jeweils zu Haus, Baum und Wand. Die Handbücher schreiben „2 m / 6.6 ft"; beide Zahlen meinen denselben Abstand.
Funktioniert ein RTK-Mähroboter unter Bäumen?
Reine RTK- und NRTK-Systeme können unter dichtem Baumkronendach deutlich an Zuverlässigkeit verlieren — das belegen mehrere Fremdvergleiche, unabhängig davon, ob die Korrektur von einer eigenen Antenne oder aus dem Netz kommt. Hybridsysteme kombinieren Satellitennavigation mit LiDAR oder Vision und können solche Bereiche teilweise überbrücken. Für stark verschattete Gärten sind reine LiDAR-Systeme oder entsprechend ausgelegte Hybridsysteme die interessantere Wahl.
Brauche ich WLAN im Garten?
Für Einrichtung und vernetzte Funktionen verlangen die ausgewerteten Unterlagen bei eufy, Worx, Ecovacs O-Serie, Dreame A1 und Lymow ein 2,4-GHz-WLAN. Beim Mammotion Luba mini 2 AWD 1000 ist 4G als Verbindungsweg ausdrücklich dokumentiert. Ob ein Gerät nach der Einrichtung auch ohne Netz weitermäht, steht in den Unterlagen meist nicht.
Schafft mein Gerät die Böschung am Rand?
Das entscheidet nicht die beworbene Steigung, sondern der Randwert. Segway weist in seiner Vergleichsübersicht für die dort aufgeführten Navimow-i-Modelle 10 % an der Grenze aus, bei 30 bis 45 % Steigfähigkeit in der Fläche. Dreame nennt für den A1 27 %, Mammotion für den Luba mini 2 AWD 1000 40 %.
Passt so ein Gerät durch einen 60 cm breiten Durchgang?
Bei den von uns ausgewerteten Modellen nein. Der niedrigste dokumentierte Wert liegt bei 0,7 m, beim Ecovacs Goat O600 RTK. Für schmalere Passagen haben wir in den Unterlagen keine Freigabe gefunden.
Was kostet der laufende Betrieb?
Das hängt vom Dienst ab, und die beiden werden oft verwechselt. Der Korrekturdienst Network RTK ist bei den Verbrauchermodellen von Segway und Mammotion nach aktuellen Herstellerangaben im Kaufpreis enthalten; bei einzelnen Profireihen gilt eine Freilaufzeit mit anschließender Verlängerung. Zusätzliche 4G-Funktionen für Fernzugriff, Ortung oder Live-Daten können dagegen nach ein bis drei enthaltenen Jahren kostenpflichtig werden. Beides getrennt erfragen.
Ist ein Gerät ohne Kabel besser als eines mit?
Nicht grundsätzlich. Es ist schneller installiert und flexibler bei Änderungen am Garten. Dafür hat es Anforderungen, die ein Kabelgerät nicht hat — Himmelssicht, Antennenplatz, Mindestbreiten. Bei sehr verwinkelten oder stark verschatteten Grundstücken kann ein Gerät mit Kabel die zuverlässigere Wahl sein.
Bevor du bestellst
Steht das Gerät fest, kommt die nächste Frage meist sofort: Wohin mit der Ladestation? In Mährobotergarage kaufen: welche Größe zu welchem Gerät passt stehen die empfohlenen Innenmaße je Modellreihe — und warum je Achse der größere Wert aus Mäher und Station zählt.